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Schwarzdornaustausch am Neuen Gradierwerk

 

 

Normalerweise ist das Innere des Gradierwerks für Besucher nur im Demonstrationsgang oder bei einer Gradierwerksführung sichtbar. Wer jetzt das monumentale Neue Gradierwerk umrundet, hat auf der Nordseite an zwei Stellen einen freien Blick auf die Konstruktion des Holzständerbauwerks. Insgesamt 300 qm Schwarzdorn wurden entfernt. Was dem Auge des Laien entgeht, haben die Mitglieder des Fördervereins zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke e.V. in Kooperation mit den verantwortlichen Mitarbeitern der Kurverwaltung geprüft. Ist der Schwarzdorn noch durchlässig oder hat sich schon ein zu dichter, massiger Dornenstein gebildet? Das ist bei den beiden Partien der Fall gewesen. Diese Maßnahme kostet ca. 80.000 Euro, woran sich der Förderverein ebenfalls beteiligen wird. Das Einlegen der neuen Reisigbündel ist für Anfang Januar geplant. Bis dahin wird das Holz genau unter die Lupe genommen und etwaige Schwachstellen werden ausgebessert.

Wie entsteht ein Dornenstein?

Die Quellsole stammt aus einer Salzeinlagerung im Kleinen Berg. Auf 3500 m langen Weg zu den Brunnen nimmt sie aus den verschiedenen Erd- und Gesteinsschichten u. a. Eisen, Gips und Kalkpartikel mit. Was als schwammige Algenmasse in den Bassins des Gradierwerks zu sehen ist, verwandelt sich beim Verrieseln der Sole am Schwarzdorn in eine Steinmasse. Innerhalb von 30 Jahren wird das Gewicht des Dornensteins zu einer Belastung für die Trägerlattung.

Der Austausch von Schwarzdorn gehört zur routinemäßigen Winterarbeit an den Gradierwerken. Schwarz- oder Schlehdorn wird in dieser Jahreszeit geschlagen und gebündelt. In der rein industriellen Epoche von Bad Rothenfelde nahm man es mit dem Dornentausch nicht ganz so genau. Es bestand auf dem Betriebshof der Saline nicht die Notwendigkeit. Einige Bürger werden sich sogar noch erinnern, dass bis in die 70-er Jahre kleinere Partien am Neuen Gradierwerk über Nacht abgerutscht sind. Nach dem 17. Juli 1989, als der Teileinsturz des Alten Gradierwerks wie ein Riss durch das Herz des Heilbades ging, änderte sich das grundlegend. Heute sind die Gradierwerke eine touristische Attraktion. Die Besucherströme sollen sicher die Gradierwerke umrunden und besichtigen können.

Aus dem Jahr 1989 stammen übrigens noch die alten Steingebilde, die z. B. an der Straße Am Kurpark stehen. Eine genaue Betrachtung lohnt sich. Um die kleinen Äste und Dornen hat sich der Stein wie Jahresringe beim Baumstamm gebildet. Nur Schwarzdorn eignet sich für den Gradierwerksbau. Es ist ein sehr hartes Holz, dessen Rinde resistent gegen Sole ist.

Mehr über die historische Bedeutung der Gradierwerke und ihre ursprüngliche Funktion wird im Heimatmuseum an der Wellengartenstraße ausführlich erklärt. Jeden Dienstag und Donnerstag zwischen 16:00 und 18:00 Uhr können die Besucher die Exponate betrachten und zuschauen, wie sich 25% Sole in Speisesalz verwandelt. Das Gewicht des kleinen Dornensteins im Salzsiederaum wird jeden überraschen.

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