Hotline: +49 5424 2218-0
News-Detail

09. September 2018 - Tag des offenen Denkmals

Ebenerdig, über den Dächern oder unterirdisch

Die Bad Rothenfelder Denkmäler haben drei verschiedene Zugänge aber einen gemeinsamen Nenner; sie gehören zum ehemaligen Salinenbetrieb des heutigen Heilbades.

Das Alte und das Neue Gradierwerk wurden einst als gigantische Verdunstungsanlagen in eine freie Landschaft gebaut. Der Zweck hatte rein gar nichts mit Erholung und Spaziergängen zu tun. An den Dornenwänden rieselte die Sole in vier sogenannten Fällen, um den Salzgehalt vor dem Siedeprozess von 5 % auf 25 % zu erhöhen.

Die Windkunst auf dem Neuen Gradierwerk ist eine Rekonstruktion einer alten Windkraftanlage zum Antrieb der Pumpen. 55 Stufen sind zu erklimmen, um auf die Besucherplattform zu gelangen. In der Mitte bewegt sich eine wiederhergestellte Pumpe. Eine Flügelumdrehung schafft einen Liter Sole aus dem Bassin nach oben.

Wer diese 10 Meter nicht hochsteigen möchte, betritt ebenerdig den Demonstrationsgang am Anfang des Alten Gradierwerks. Das Innere des Bauwerks ist angenehm kühl. Salzgeschwängerte Luft fließt in die Atemwege.  Der Weg führt durch das Holzständerwerk entlang der Dornenwand bis zur Inhalationskammer. Wenn sich die Tür öffnet, wabert Solenebel aus dem Raum. Pollenallergien und Infekte der oberen Atemwege haben hier geringe Chancen, den Menschen zu plagen.

Was ist aber der Ursprung des Salinenbetriebs? Das ist die Alte Quelle im Konzertgarten. In der seit Jahren stillgelegten Quelle setzt sich eine restaurierte Pumpenanlage mit einem ordentlichen Knall in Bewegung. Das ist Show, denn hier wird nichts mehr gefördert. Im sichtbaren Bassin blubbert noch Kohlensäure und durch ein „Guckloch“ ist ein Blick auf einen unterirdischen Solegang möglich.  

Bereits ein Jahr nach Entdeckung der Alten Quelle wurde 1725 der erste Solegang „gesprengt“, um das kostbare und noch flüssige Weiße Gold zum Siedehaus fließen zu lassen. Ein Teil dieses Ganges ist jetzt begehbar. 14 Stufen geht es vom Konzertgarten hinunter in die Unterwelt von Bad Rothenfelde. Linksherum liegen Holzbohlen und Gitterroste, damit der Besucher die 50 Meter trockenen Fußes gehen kann. Winzige Stalaktiten aus Kalk verzieren das Gewölbe. Zur rechten Seite ist der Gang offen aber nicht begehbar. Rostbraunes Kolkwasser fließt dort knöchelhoch und hat einst ein unterirdisches Wasserrad angetrieben. Die Unterwelt von Bad Rothenfelde birgt noch viele, unerforschte Geheimnisse. Der Förderverein zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke und salinentechnischen Anlagen e.V., ist dabei, diese nach und nach zu lüften und zu dokumentieren.

Eine letzte Station ist der Wittekind Sprudel im kleinen Park gegenüber vom Haus des Gastes. Im schmucken Brunnenhäuschen im Bauhausstil ist eine alte Pumpenanlage. Doch moderne Technik fördert heute die Sole, die über die Gradierwerke fließt. Täglich werden bis zu 16 Parameter geprüft und in einem Bericht festgehalten. Das sichert Bad Rothenfelde u. a. den Status Heilbad. „Die Welt sieht Bauhaus“ auch im Inneren des denkmalgeschützten Brunnenhauses. Jeder kann seine persönliche Bauhausperspektive fotografieren und mittels der App „I see Bauhaus“ und mit #bauhaus100 auf der App sowie im Social Media teilen.

Am Tag des offenen Denkmals sind alle Stationen zwischen 15:00 und 17:00 Uhr geöffnet und können kostenlos besichtigt werden.

 

Stationen

Neues Gradierwerk:
Besucherplattform Windkunst
55 Stufen
Demonstrationsgang mit Inhalationskammer
ebenerdig

Konzertgarten:
Alte Quelle
14 Stufen Abstieg
Begehbarer Solegang
14 Stufen Abstieg

Wittekind Park:
Wittekind Sprudel
Brunnenhaus innen und außen #bauhaus100

 

Zurück

Sole Salz und Sinnesfreuden

Quickfinder

... für Ihre
Übernachtungsmöglichkeiten in Bad Rothenfelde
mit Sofortbuchung!