Freiluftmuseum Kurpark
Kleiner Exkurs in die Geschichte
Am Anfang war alles ganz anders. 1724 gab es weder ein Dorf geschweige einen Kurpark, sondern nur eine Solequelle auf einem freien Feld. Die Grundlage für die Salzindustrie/Saline Rothenfelde. Dazu gehörten ein Siedehaus, erst das Alte und später das Neue Gradierwerk. Diese waren miteinander durch unterirdische Solegänge verbunden. Erst erzeugte ein Wasserrad die Energie für die Pumpenanlagen, später kamen sogenannte Windkünste hinzu. Als die Heilkraft der Sole für (Kur-)Gäste einen Wandel vom Salzwerk zum Heilbad auslöste, veränderte sich der Betriebshof der Saline in eine Grünzone. Wer heute in unserem Kurpark bei Spaziergängen die frische Soleluft genießt, bewegt sich genau genommen auf den alten Spuren der Salzsieder.
Rosengarten
am Neuen Gradierwerk
Gradierwerke
Industriekultur mitten im Kurpark
Historische Schaufenster
Ein Rundgang durch den Ort mit Geschichte(n)
Wittekind Sprudel
Park mit viel Geschichte
Unterirdischer Solegang | Alte Quelle | Wasserrad
Vom Konzertgarten führen 14 Stufen in die angenehm kühle Unterwelt von Bad Rothenfelde. 50 m des ersten historischen Solegangs sind trockenen Fußes über Holzstege und Gitterroste begehbar. Darunter fließt rostbraunes Kolkwasser, das anno dazumal ein unterirdisches Wasserrad und damit Pumpenanlagen angetrieben hat.
Das fast mystische Erlebnis im Gewölbe wird kombiniert mit der Besichtigung der Alten Quelle im Konzertgarten. Dort wird mit einem ordentlichen Knall die historische Pumpenanlage in Bewegung gesetzt. Das ist alles nur Show, denn die Quelle von 1724 fördert nichts mehr.
Lage: Konzertgarten | Länge Solegänge: ca. 130 m | Eingang: jeweils 14 Stufen | nicht barrierefrei!
Seit 2024 bewegt sich wieder ein gigantisches Wasserrad im Kurpark gegenüber vom Sparkassengebäude. Genau vor 250 Jahren lieferte ein vom schnell fließenden Kolkbrunnen Wasserrad die Energie für die Pumpenanlagen. So wurde die Quellsole auf das Alte Gradierwerk gefördert. Irgendwann wurde es abgebaut, Windkraft und Dampfmaschinen übernahmen die Aufgabe und über die Radkammer wuchs buchstäblich das Gras. Das neue Rad aus Cortenstahl erinnert an die Anfänge der Salinenindustrie. Der immer noch kräftige Kolkburnnen setzt das Rad in Bewegung und der erzeugte Strom speist die Ladestationen für E-Bikes.
Offene Führungen
Öffentliche Führungen werden im 30-Minuten-Takt von Ostern bis Oktober jeden Samstag und Sonntag laut gültigem Veranstaltungskalender angeboten. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Treffpunkt: Alte Quelle im Konzertgarten.
Demonstrationsgang mit Inhalationskammer
Demonstrationsgang
Das ist eine ziemlich sperrige Bezeichnung für eine spannende Erlebniswelt. Eine unscheinbare Tür an der Stirnseide des Neuen Gradierwerks führt in langen Gang zwischen Schwarzdorn und uraltem Holzständerwerk. Eine Überdachung sorgt für Schutz vor der Sole. Schautafeln erklären den Weg der Sole von der Quelle über die Gradierwerke bis zu den Bädern. Ausschnitte bieten Ausblick in die 10 m hohe Konstruktion.
Inhalationskammer
Ein dichter Nebelschleier erzeugt eine mystische Atmosphäre im Raum. Die Konturen der in Capes gehüllten Menschen verschmelzen mit dem Nebel. Schon vor der legt sich ein zarter Salzfilm auf die Lippen, Brillengläser und Kleidung. Das Atmen im Solenebel tut gut und lindert Allergien, Husten und Schnupfen. Faustregel für einen Aufenthalt lautet: min. 10 Minuten, max. 20 Minuten. Capes zum Schutz der guten Kleidung werden an der Kasse verkauft. Bei mehrfachem Gebrauch bitte Capes aufbewahren.
Lage: Stirnseite Neues Gradierwerk | Länge: 80 m + Inhalationskammer | barrierefrei
Öffnungszeiten
ÖFFNUNGSZEITEN FRÜHJAHR-SOMMER vom 01.04. - 31.10. täglich von 10:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 17:00 Uhr
ÖFFNUNGSZEITEN SPÄTHERBST-WINTER vom 01.11. - 31.03. täglich von 13:00 - 16:00 Uhr
Geänderte Zeiten während der Feiertage hl. Abend & Weihnachten - Silvester & Neujahr:
24. 12. - Heilig Abend geschlossen | 25. & 26. 12. 2023 Weihnachtsfeiertage: 13:00 - 16:00 Uhr geöffnet
31. 12. - Silvester geschlossen | 01. 01. Neujahr: 13:00 - 16:00 Uhr geöffnet
Heimatmuseum
Willkommen in der völlig analogen Vergangenheit! Sogar das Telefon ist aus der Zeit gefallen.
Im kleinen Museum an der Ecke Wellengartenstraße/Ferdinandstraße gibt es viel zu bestaunen. Neben dem üblichen Hausrat aus vergangenen Zeiten werden alte Münzen, Schriften und Bilder gezeigt. Darunter Fundstücke aus dem 17. Jahrhundert. Eine Tafel erklärt, in welcher Zeit unser Salzreservoir in den Tiefen des kleinen Bergs stammt.
Große Augen bei den kleinen Besuchern
Das war vor 500 Millionen Jahren, als Libellen noch so groß wie kleine Flugzeuge waren. Sowas finden Kinder besonders beeindruckend. Oder sie bestaunen gern die Nachbildung des frühsteinzeitlichen Hauses und der Steinbohrmaschine. Agathe, das Skelett aus dem Helferner Esch ruht neben alten Grabgefäßen aus der Bronzezeit, die beim Bau des Bahnhofs entdeckt wurden. Die Museumsführerin erklärt z. B. was es heißt, wenn jemand „auf den Hund“ gekommen – also fast Pleite – ist. Außerdem noch weitere skurrile Dinge, die heute keiner mehr weiß. Inzwischen hat kleine Siedepfanne genügend Temperatur. Jetzt können die Besucher sehen, wie sich bei 140°die 25%-ige Sole in feines, weiches Speisesalz verwandelt.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 16:00 – 18:00 Uhr geöffnet. Die Führung beginnt um 16:15 Uhr.
Preise: Kinder und Erwachsene: 2,00 Euro | mit Gästekarte 1,50 Euro
Lage: Wellengartenstraße / Ecke Ferdinandstraße | Zugang: barrierefrei | keine öffentl. Toiletten!